Bornstein S., Kanczkowski W., Walther R., Kronstein-Wiedemann R., Fischer D., Oikonomakos I., Rodionov R., Tselmin S., Kok Y., Mavberg P., Petriz J., Ward M., Castillo-Aleman Y., Schuster C., Petegorsky M., Hantel C., Beuschlein F., Spinas G., Wuestefeld T., Ramasamy S., Ali Y., Sung J., Tonn T., Siervo M., Aswani A., Barbir M., Aigner L., Morawietz H., Dalan R., Guan K., Wong M., Licinio J., Steenblock C.. (2026). Therapeutic apheresis: An effective strategy for a combined targeting of circulating lipoproteins, inflammatory markers, PFAS, and microplastics in cardiometabolic and neurodegenerative disease?. https://doi.org/10.61373/bh026a.0024
Was diese Studie zeigt
Die Arbeit von Bornstein et al. untersucht das Potenzial der therapeutischen Apherese als multidimensionalen therapeutischen Ansatz. Neben der etablierten Senkung von LDL-Cholesterin zeigt die Evidenz, dass moderne Filterverfahren weitere schädliche Substanzen eliminieren können:
- Lipoproteine und Entzündungsmarker: Reduktion von atherogenen Lipiden und proinflammatorischen Zytokinen.
- Umwelttoxine: Effektive Filterung von persistenten per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS).
- Mikroplastik: Elimination von im Blutkreislauf zirkulierenden Mikropartikeln.
Warum das wichtig ist
Für die Rehabilitation und physikalische Medizin ist dieser Ansatz hochrelevant. Chronisch-entzündliche, kardiometabolische und neurodegenerative Erkrankungen weisen oft eine komplexe Pathophysiologie auf, die durch Umwelttoxine und chronische Low-Grade-Inflammation verstärkt wird. Eine gezielte Reduktion dieser systemischen Last könnte die zelluläre Regeneration unterstützen und die Effektivität physikalischer und rehabilitativer Therapien verbessern. Insbesondere bei Patientengruppen, die auf konventionelle Therapien unzureichend ansprechen, bietet die Apherese einen kausalen Behandlungsansatz.
Grenzen
Trotz der vielversprechenden Ergebnisse müssen die klinische Wirksamkeit, das Kosten-Nutzen-Verhältnis und die langfristige Sicherheit in kontrollierten Studien weiter untermauert werden. Die Apherese bleibt ein invasives, ressourcenintensives Verfahren. Sie sollte daher derzeit nicht als Breitentherapie, sondern als spezialisierte Option für ausgewählte Patientengruppen im Rahmen eines interdisziplinären Gesamtkonzepts betrachtet werden.