Die Kernidee des „SEHNENFLEX-Programms“
Sehnen brauchen bei Tendinopathie oder tendinitis biologisch Zeit.
„Sehnenflex“ ist keine „Wunderheilung in 3 Tagen“. Es ist eine Abkürzung durch präzises Belastungs-Management + biologische Optimierung, damit du nicht monatelang im Kreis läufst.
Weil Tendinopathie oft nicht nur lokal ist. Als Facharzt für Physikalische Medizin & Rehabilitation kann ich:
- Stoffwechsel/Medikamente ärztlich prüfen (Diabetes/Insulinresistenz, Lipide, Rauchen, Steroide/Fluorchinolone, Silent Inflammation etc.)
- Differentialdiagnosen sauber abgrenzen (Stressfraktur, Radikulopathie, Systementzündung)
- Reha-Logik medizinisch steuern: Last, Regeneration, Eskalationspfade
- Ärztliche therapeutische Maßnahmen setzen: fok. Stosswelle, hochenergie Laser, Eigenblutinjektionen – PRP
Das kann ein reiner PT oft nicht (und darf manches nicht).
Viele mit lateralen Hüftschmerzen oder Tennisellenbogen bekommen wiederholt „Cortison-Spritzen“ – kurzfristig besser, dann wieder da.
Häufig ist der Treiber aber eine chronische Tendinopathie/Lastproblem.
SEHNENFLEX baut genau hier an: Last umlernen, Kapazität aufbauen, Rückfälle verhindern – statt Injektions-Schleife.
Du lernst im Programm:
- welcher Schmerz „okay“ ist (Belastung darf spürbar sein)
- welcher Schmerz ein Stop-Signal ist (z. B. starker Nachschmerz/Steigerung am Folgetag)
- wie du Deload vs Progression entscheidest
Das ist der Unterschied zwischen „Übungen machen“ und Belastung managen.
Wenn du das kennst, bist du hier richtig
- Anlaufschmerz + Belastungsschmerz
- Nachschmerz „hängt“ Stunden oder bis zum nächsten Tag
- Lastsprung (mehr Lauf, neue Schuhe, mehr Sprünge, Stress/Schlafmangel) → plötzlich wieder akut
- du willst einen klaren Return-to-Sport/Work-Fahrplan
Quality Gate – wann das Programm passt
SEHNENFLEX passt typischerweise bei belastungsabhängigem Sehnenschmerz mit Reiz- oder Kapazitätsproblem.
Vorher sauber abgegrenzt werden sollten vor allem:
- (Teil-)Ruptur mit deutlichem Kraftverlust
- Stressreaktion/Stressfraktur bei tiefem Knochenschmerz
- radikuläre oder entzündlich-systemische Muster
- Muskuläre oder arthrogene Haupttreiber, wenn die Sehne nicht der Primärtreiber ist
Was das Programm ist (und was nicht)
SEHNENFLEX ist ein ärztlich geführtes Programm in einem definierten Zeitfenster:
- Musterdiagnostik + Staging (reactive / degenerativ / reactive-on-degenerative)
- Isometrie als Einstieg (Schmerzmodulation / „Pain-Killer“, damit Training überhaupt wieder möglich wird)
- HSR-Progression (Kapazität aufbauen – langsam, kontrolliert)
- Impact/Return-to-Activity (kriterienbasiert)
- Outcome-Messung (objektiv)
Nicht: Geräte-Abo, Heilsversprechen durch Spritzenkur.
Der Unterschied zur „normale Physiotherapie“:
- Ärztliche Steuerung (Muster, Differentialdiagnostik, Interventionsmöglichkeit, Eskalationspfad)
- Module greifen ineinander (Therapie reduziert Gewebereizung → Entzündungskontrolle → dosierte Kräftigung → Geweberegeneration → Alltagstransfer → Sporttransfer)
Zeitfenster + Outcomes: wir messen, ob es wirklich besser wird
Wir nutzen zusätzlich zur Trainingstherapie selektive Gewebemodulation:
- Fokussierte Stoßwelle (ESWT) oder
- hochenergie Lasertherapie – Photobiomodulation, Lichttherapie (Hiro TT) = Unterstützung von Zellregeneration/Schmerzmodulation
und spezifische Geweberegeneration:
- Eigenblutinjektion (PRP) mit und ohne Hyaloron, starten lokaldie Selbstheilung des Körpers
- Nährstoffinfusionen, um das Gewebe bestmöglich bei regenerativen Therapien zu unterstützen
nicht als Wunderheilung, sondern um dein biologisches Zeitfenster zu nutzen, während wir Belastung sauber steigern.
So läuft das Programm ab
1) Ärztlicher Indikationscheck
- Treiber: Sehne vs Ansatz vs Bursa vs Nerv vs Knochen
- Staging + Lastprofil + Regenerationsprofil (Schlaf/Stress)
- Baseline-Outcomes + Kapazitäts-Checks
2) Intensiver Startzyklus (zeitlich begrenzt)
- Isometrie-Protokoll + Schmerz-Regeln
- Lastmanagement (nicht „Null“, sondern steuerbar)
- hochenergie Lasertherapie (Hiro TT)
- fokussierte Stosswellentherapie
- Eigenblutinjektionen (PRP) wenn notwendig
- Setup Heavy Slow Resistance-Plan + Milestones
- Erklärung von „slow“: bewusst langsame Wiederholungen mit mehr Time under Tension, um Kollagen- und Kapazitätsaufbau besser zu triggern
3) Progression, Follow-up & Entscheidung
- Heavy Slow Resistance (HSR) → sport-/arbeitsnahe Belastung
- klare Kriterien für Fortschritt, Deload, Eskalation
- Rückfall-Protokoll („was tun, wenn…“)
Was wir messen (Outcome statt Bauchgefühl)
Je nach Region:
- VISA-A (Achilles) / VISA-P (Patella) = internationaler Goldstandard zur Messung von Sehnen-Kapazität und Funktionsniveau
- PRTEE (Ellenbogen)
- QuickDASH (Arm/Schulter)
Plus: VAS und Kapazitäts-Tests (z. B. Heel-raises)
„Von Reizphase zur belastbaren Sehne in 4 messbaren Phasen“
- Irritabilität runter (Isometrie + Lastregeln)
- Kapazität aufbauen (HSR / Progression)
- Impact dosieren (Lauf/Sprung/Greif-Last)
- Return-to-Sport/Work (Kriterien + Rückfall-Protokoll)